Mittwoch, 11. Dezember 2019

37. Puerto San Julian

Puerto San Julian - Circuito Costero

Ein sonniges staubiges kleines Örtchen, mit blauer Bucht, nicht zu groß, mit allem was man braucht, ein netter Campingplatz, eine schöne Küstenstrasse mit Plätzen zum Wildcampen, das ist Puerto San Julian heute. Geschichtlich ist der Ort deshalb interessant weil im Jahr 1520 der Portugiese Ferdinand Magellan als Erster hier im Hafen ankerte. Auch Charles Darwin forschte hier und suchte nach Fossilien.
Tja, die Straßen hier...
Die Fahrt dorthin auf einer Aspahltstrasse mit Wind und "kleinen" Spurrinnen: große Bodenfreiheit ist sicher von Vorteil!
 Und die Plätze am Strand zum Übernachten sollten auch gut ausgewählt werden:
Nach einer Nacht am Circuito Costero, an der schönen Küstenstrasse ausserhalb des Ortes, passierte ein kleines Missgeschick…. hab ich schon erklärt was LOMBADAS und BADEN sind?
- Lombadas sind Bremshügel oder auch „versteckte Polizisten“ genannt.
- und Baden ist eigentlich das Gegenteil, eine Rinne im Asphalt.
Und so ein BADEN haben wir übersehen und einen schönen Schlag von unten bekommen …. und dadurch hat es den Fahrradträger ausgehebelt. Aber nur oben, unten ist er hängen geblieben. Dann nach hinten gekippt. Räder am Boden, Heckklappe verzogen. Na toll…..
(diese Lombadas und Baden sind eine Plage!!! Jeder noch so kleine Ort hat fast in jeder Straße solche Dinger, manchmal gibt es sogar Doppel-Lombadas. Übersiehst du den ersten, knallst du gleich auf den zweiten drauf, das zahlt sich dann wenigstens aus....)

Nachdem uns schon zahlreiche Reisende von ihren Problemen mit den Autos erzählt hatten, von platten Reifen bis Reifenplatzern, angeknabberten Schläuchen, undichten Dächern, Fenstern, aufgerissener Ölwanne usw. waren wir froh dass bei uns bisher alles so gut gelaufen ist.
Und dann das.
Aber, Glück im Unglück, am Camping haben wir viele bekannte Gesichter getroffen und mit tatkräftiger schweizer Hilfe (DANKE nochmal Christoph!) konnten Raimund und er alles geradebiegen und reparieren. Jetzt sitzt der Träger besser als vorher!
Auch sonst war es sehr nett weil wir viele Leute zum Quatschen, Zusammensitzen und Austauschen neben uns hatten. Eine kleine Camperfamilie...
harte Arbeit an Träger und Heckklappe
schöne Frisur für Raimund




unsere deutschen kleinen Mäuse
Adventumdrunk am Camping
Der Circuito Costero, die Küstenstrasse war auch sehr schön, viele tolle Blicke auf das Meer. Aber das Highlight dort für uns waren sicher die Fossilien in den Felsen der Küste und die kleinen versteckten Dinge, wie Steine, Pflanzen und Tiere.













Da war es zum Teil noch schön warm am Tag, fast 22 Grad. Der Tag dauert lang, es wird um ca. 5.00 Uhr hell und die Sonne geht spät unter. Erst nach 22.00 Uhr wird es dunkel.
Inzwischen haben wir auf die andere Seite Argentiniens gewechselt, also weg von der Küste und rein in die Berge Patagoniens. Wir waren in El Chalten und sind jetzt in El Calafate. Von unserem Glück mit dem Wetter, langen Wanderungen, Gletschern berichten wir demnächst. Zuerst müssen die zahlreichen Fotos sortiert werden.....
Schöne Adventzeit weiterhin,
Hasta luego!!!!








36. Versteinerte Bäume - Red Light

Monumento Natural Bosques Petrificados - La Paloma Camping RP 49

Ein Jammer, keine Zeit zum Schreiben! Internet sowieso kaum und wenn, dann noch langsamer als langsam und nur an der Campingrezeption, nicht am Platz selber. Und hier gegen Süden wird alles „enger“, die Orte und Campingplätze werden weniger, also logisch -> man trifft dort viele Reisende. Und in unserem Fall viele bekannte Gesichter, weil wir jetzt doch schon eine Weile unterwegs sind. Also kommt man nicht zum Schreiben weil man ratscht oder abends bei einem Gläschen gemütlich zusammensitzt oder essen geht…. und darüber möchte ich mich nicht beschweren, weil das doch immer sehr nett und lustig ist!

Also unsere letzte Station war Puerto Deseado von dem wir uns wirlich sehr schwer verabschiedet haben. Nach einer letzten herzlichen Umarmung von unserer Roxana ging es weiter Richtung versteinerten Bäumen. Die Fahrt war ruhig, wir hingen in Gedanken noch in den letzten Tagen fest. Ich freute mich auf die „kleine Abwechslung“ der versteinerten Bäume, ohne große Erwartung, denn wir hatten schon mal welche in Namibia gesehen und das war nicht so besonders beeindruckend gewesen. Aber gut so, denn wie gesagt, wir waren gesättigt von den letzten Eindrücken und ich dachte mir, gut, einfach zum Berieseln halt die Bäumchen. Passt. Das Wetter war ungefähr gleich wie unsere Laune. Bedeckt bis regnerisch, trüb, grau. 

Tja, kein Mensch, bzw. kein Reiseführer (Lonely Planet) hat uns gewarnt was uns da erwartet! Als wir von der Asphaltstrasse weg waren und ein paar Kilometer auf der RP 49 (Ripio, guter Zustand) gefahren waren wurde die Lanschaft immer interessanter, bunter, abwechslungsreicher. Tolle Berge, Hügel, Steine, Ebenen - alles in den schönsten warmen Farben. Begleitet von beeindruckender Wolkenstimmung.
Hunderte Fotos und ein paar Videos später sind wir am Besucherzentrum angekommen. Und siehe da, ein bekanntes Auto, die Outdoorpashionists (Kathy, Peter, Nora und Jakob) mal wieder. Der Regen war mit uns angekommen und somit erst mal ein Kaffee bei den Nachbarn. Der Besuch der eigentlichen Attraktion wurde auf den nächsten Tag bei besserem Wetter verschoben, somit ab auf den einzigen Campingplatz dort, LA PALOMA. Ein lustiger Nachmittag bzw. Abend wurde daraus, mit Grillerei im Gemeinschaftsraum, Gitarrenmusik und viel Spaß mit den beiden Kids.


Am nächsten Tag war das Wetter deutlich besser und wir fahrbereit. Plötzlich kreiste eine Drohne über unseren Köpfen, ein paar Personen kamen und stellten eine Kamera auf…? Ein Fernsehteam vom Sender Caleta Oliva2, ob sie uns denn filmen dürfen für den regionalen Sender. Ja warum nicht, also noch kurz gewartet bis sie fertig waren, dann ging es endlich zum eigentlichen Ziel:
den versteinerten Bäumen.
Diese gigantisch großen Bäumen, die Araukarien, wuchsen vor ca. 150 Millionen Jahren!! (Jura) in dem damals feuchtwarmen Klima und wurden durch den Ascheregen der Vulkanausbrüche begraben und fossiliert. Durch Erosion kamen sie nach und nach wieder an die Oberfläche und haben eine Länge bis ca. 35 Meter und einen Durchmesser von bis zu 3 Metern. Der Erhaltungszustand ist unglaublich, hat mit dem was wir in Namibia gesehen haben nichts gemein, und hat uns sehr beeindruckt. Uralte Bäume die noch Dinosaurier erlebt haben und aussehen wie Holz, aber zu Stein geworden sind. Das Alter dieses Flecken Erde war fühlbar.
Leider haben früher Besucher immer wieder Teile eingesteckt und als Souvenier mitgenommen. Deshalb werden nun Taschen und Rucksäcke nach dem Besuch kontrolliert.
So, und jetzt ein paar stimmungsvolle Bilder von diesem sehr sehr alten Ort unseres Planeten der uns sehr beeindruckt hat. Wieder einmal, wie schon so viel hier.


Mittwoch, 4. Dezember 2019

35. Unterwegs seit 3 Monaten

Wir sind tiefenentspannt.
Es ist tatsächlich schon 3 Monate her dass wir unsere Südamerikareise begonnen haben. Die letzten Tage haben wir sehr viel reflektiert was in dieser Zeit so geschehen ist. Nach Puerto Deseado war ich emotional etwas aufgewühlt. Wahrscheinlich wegen den tollen Erlebnissen dort wie den Delfinen und der Bootstour. Dieser unglaublich schönen und herzöffnenden Natur mit den wärmenden Farben. Und natürlich den vielen besonderen Menschen die wir dort getroffen haben.



Wir sind nun in Puerto San Julian am Campingplatz und haben hier viele bekannte Gesichter getroffen. Heut sind wir alle am Abend auf einen gemütlichen Drink zusammengekommen. Frankreich, La Reunion, Schweiz, Deutschland und Österreich. Von Kindern bis Pensionisten. "Campingumtrunk". Es war ein bisserl "Christkindlmarktstimmung". Heut morgen haben wir noch im Freien und in T-Shirts gefrühstückt, jetzt abends leichter Regen und kalt! Der Glühwein hat uns noch gefehlt. Aber schön war es und sehr gemütlich. Wir haben in letzter Zeit ja leider viele Feiern versäumt von Familie und Freunden. Und so war das heute ein bisserl ein Trost, weil es sich ein bisschen nach Familie und Freunden angefühlt hat. Einige der Leute haben wir schon zum 3. oder 4. oder 5. Mal getroffen, oder noch öfter. Reisegeschichten und -erlebnisse werden erzählt, Informationen und Hinweise weitergegeben, Ideen ausgetauscht. Wie war der letzte Campingplatz, wie ist der Straßenzustand, war der Supermarkt gut ausgestattet, wieviel hat die Wäscherei gekostet, gab es Geld im Bankomaten, wieviel kaputte Reifen hattest du schon, was kocht ihr denn immer so, geht bei euch das Internet auch nicht.....
Denn das sind so unsere alltäglichen Fragen und Dinge mit denen wir uns beschäftigen. Wie schaut denn so ein Tag bei uns eigentlich aus?
Auch wir haben unseren "Alltag" und einen Tageablauf mit "Pflichten". Das was wir hier machen ist anders als ein Urlaub. Es ist zur Zeit einfach unser Leben. Aufstehen in der Früh, waschen, anziehen, Frühstück machen, abwaschen. Eigentlich wie daheim, nur immer in einem neuen Bad oder Waschhaus oder einfach im Freien. Alles fahrbereit machen, Straßenkarten studieren, Route planen, tanken. Einkaufen gehen, kochen, putzen, versuchen ohne Staubsauger das Auto sauber zu bekommen, Blog schreiben, Fotos runterladen und sortieren, lesen, und und und...... eigentlich wie daheim. Der Unterschied ist nur, dass wir hier alles nach unseren Regeln und in unserem Tempo machen. Daheim war das eher fremdgesteuert und vorgegeben durch Arbeit und Umfeld. Hier haben wir das Ruder selber in der Hand.
Dadurch dass wir im Auto auf so engem Raum leben, müssen wir uns auf die einfachsten und sehr wenigen Dinge beschränken. Shoppen gehen fällt sowieso weg, denn für neues Zeugs ist kein Platz. Die Dinge die man hat werden viel häufiger und intensiver verwendet als zu Hause. Dadurch haben sie aber auch einen ganz andernen Wert. Aber erstaunlicherweise erleichtert und vereinfacht das so vieles. Das einfache Leben auf so wenig Raum und mit so wenig Platz fühlt sich viel freier und weiter an als zu Hause wo wir alles im Überfluss haben. Und wir könnten locker noch mit viel weniger auskommen, haben noch immer zu viel Ballast mit.
Holz für's Feuer wird gesammelt, nicht gekauft. Schnüre oder Draht zum "Packerl" machen" und tragen vom Holz findet man am Strand (leider), aber so wird es wiederverwendet. Weihnachtsschmuck und Deko werden aus Steinen, Muscheln und Holz gebastelt die man so findet. Alles sehr "Basic", aber unglaublich entspannt.
Was wir noch nicht gewohnt sind, sind die späten Essenszeiten der Argentinier. Geht man Abendessen bekommt man vor 20.00 kaum etwas. Letztens im Lokal waren wir die ersten Gäste um 20.30 Uhr, als wir um ca. Mitternacht gegangen sind wurden noch die Teller mit riesigen Hauptspeisen an die Tische der Einheimischen getragen.
Die Kochideen gehen uns schön langsam aus! Nur mit Gaskochern (ab und zu Grillen), wenig Platz und wenig Gewürzen ist es nicht einfach kreativ zu sein. Kräuer fehlen oft, gesund soll's doch auch mal sein.... und Internet zum Kochrezepte schmöckern gibt's auch selten. Da geht es den anderen Reisenden gleich wie ich so erfragt habe. Und ja genau! Ich habe Guanaco-Wienerschnitzel gegessen! Milanesa, also Wienerschnitzel, gibt es hier fast in jedem Lokal. Und hier gab es eines mit Guanacofleisch. Ich muss sagen, leider für das arme Guanaco, sehr lecker! Jetzt wo ich das so schreibe fällt mir ein dass das Schießen von Guanacos eigentlich verboten ist?! Nicht dass das sie Einheimischen daran hindern würde hin und wieder doch mal mit der Schrotflinte auszurücken. Aber ob man das jetzt im Handel kaufen kann weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich schon.....
Einkaufen ist auch zeitlich zum Einteilen, denn die meisten Geschäfte haben von ca. 13.00 - 16.00 Uhr geschlossen. Oder es ist sowieso zu weil wieder Feiertag ist.....
Unser Tempo beim Reisen hat sich auch deutlich verändert. Anfangs sind wir nie lange an einem Ort geblieben, inzwischen bleiben wir teilweise eine Woche oder länger wenn es uns wo gefällt.
Schön ist dass wir schon so viele liebe andere Reisende kennengelernt haben und mit einigen immer ein wenig in Kontakt bleiben. Hoffentlich auch über die Reise hinaus, denn da sind ein paar wirklich sehr herzliche Menschen dabei die wir gerne wiedersehen würden.
Sport machen wir wenig, erstaunlicherweise schafft Raimund das hier, daheim wär er wahrscheinlich nicht zum Aushalten wenn er sich so wenig bewegen würd. Obwohl schon immer mal wieder tolle Radtouren dabei waren. Oder vielleicht liegt es auch an den fast täglichen Süßigkeiten vom Bäcker dass er so zufrieden ist?
Und die Haare! Mangels Zeit, Lust und Laune zum Haarefärben werden meine weißen Haare immer mehr sichtbar... und Raimunds Lockerl wachsen auch nur so dahin. Und irgendwie hat es uns noch nicht gefreut zum Friseur zu gehen. Weil wer weiß was da rauskommt wenn wir denen im besten Spanisch erklären was sie machen sollen?
Die Wäsche wird jetzt kaum mehr selber gewaschen, das landet alles in der Lavanderia. War ich anfangs noch vorsichtig mit einzelnen "Lieblingsteilen", oder war das Gefühl z. B. meine Unterwäsche von Fremden waschen zu lassen noch komisch, ist das jetzt schon kein Thema mehr und ganz normal.
Ich konnte es mir nicht vorstellen, aber man stumpft sogar bei den Duschen und den Toiletten ab. Betti, du hattest recht, irgendwann sieht man das nicht mehr. Man freut sich einfach wenn warmes Wasser da ist, Luxus!! Wenn es mehr als eine Toilette gibt auf die alle gehen und dann auch noch die Spülung funktioniert, super!! Wenn es Internet gibt, erstklassig!! Oder sogar warmes Wasser zum Abwaschen da ist, 1A Camping!! Der Camping vor diesem hier war noch lustig, da gab es statt Klotüren nur Duschvorhänge. Und auch das nicht bei jeder Toilette....
Ich weiß nicht wie das klingt für euch zu Hause wenn ihr das lest, es ist nicht negativ gemeint. Ich verzichte auf das tollste Luxusbad oder Häuschen wenn ich dafür hier reisen darf. Wir haben schon einige Reisende getroffen die ihr Haus oder die Wohnung verkauft haben, nur um reisen zu können. Heute hat uns ein anderer Camper erzählt er hätte vor kurzem  von einer Statistik gehört was das Reisen betrifft. Von 1000 Personen die eine "Weltreise" machen wollen fangen ca. 100 an zu planen. Und nur einer davon macht es dann tatsächlich. Wahrscheinlich gilt diese Theorie nicht nur für's Reisen, sondern lässt sich auf viele Träume oder Wünsche anwenden.
Wieder einmal hatte ich Gänsehaut und bin dankbar hier sein zu dürfen. Und das zu zweit! 💕



Samstag, 30. November 2019

34. Träumen wir? - Darwin's magische Bootstour

Die Bootstour. Wie erklär ich das.
Mal die Fakten. Ein kleines Zodiac Boot. Ca. 20 Personen inkl. den großartigen Guides Roxana und Javier von Darwin Expeditions. Ziel ist die Isla Pingüino mit den einzigartigen, grimmig aussehenden, hüpfenden Felsenpinguinen. Etwa 40 Minuten Fahrt, kühl, windig, Wellen.
Wir haben so viel mehr bekommen.

Das Wetter war perfekt. Wenig Wind, ruhiges Meer, gute Sicht, Sonne, nicht zu kalt.
Gleich nach ein paar Minuten der erste Halt, weil wir zwei Delphine entdeckt hatten die kurz hinter dem Boot herschwammen. Dann noch ein zweiter Stop unterwegs. An den erstaunten Gesichtern unserer Guides erkannten wir dass es nichts Alltägliches war. Vor uns im Wasser war ein Seeleopard mit einem toten Pinguin im Maul. Diese Tiere sind in der Antarktis zu Hause und kommen normalerweise nicht bis in diese Gegend. Aber da war er, eindeutig. Diese Tiere sind die zweiten in der Nahrungskette dieser Meere, gleich hinter dem Orca. Ein richtiges Raubtier. Seht selbst:


Dieses Bild ist einem unserer schweizer Begleiter auf der Tour gelungen. Der "Daumen Hoch" ist aber leider die Flosse des Pinguins.... sieht trotzdem lustig aus!!

Dann ging es noch kurz weiter zu einer Insel mit Seelöwen und danach auf die Pinguininsel. Dort gibt es die uns schon bekannten Magellanpinguine, und, juhu, hier sind die Küken schon geschlüpft. Babypinguine! Auf der anderen Seite der Insel eine riesige Kolonie der tollen Felsenpinguine.



Die Insel selber leuchtet in wunderschönen Farben, und unheimlich toll schaut auch der alte Leuchtturm aus.

Dann haben wir sie entdeckt. Wir waren begeistert von ihrem Gesichtsausdruck, den Farben der Haare und der Augen und davon wie sie hüpfen. Mit viel Respekt und ganz vorsichtig hat Roxana uns durch die Pinguinkolonie geführt und uns viel erklärt. Und uns dann einfach nur viel Zeit und Ruhe gelassen um diese besonderen Tiere zu beobachten. Aus nächster Nähe.





Auf der Insel leben auch zahlreiche Vögel. Kommt man ihren Nestern zu nahe, fliegen sie ganz nahe über die Menschen drüber und attakieren. Spannende Momente. Groß machen, Hände rauf, Kopf schützen, dann passiert nichts. Meistens.

Danach gab es noch eine gemeinsame Jause am Strand nahe den Seelöwen und Pinguinen. Und dann hieß es ab ins Boot und Rückfahrt.
Wir waren nicht lange unterwegs, da kamen die ersten Delfine. Die Commersondelfine sind die kleinste Delfinart und haben eine tolle schwarz-weisse Farbe. Und sie lieben es in den Wellen der Boote zu schwimmen.

Dort Delfine zu sehen ist nichts Seltenes. An diesem Tag wurden es aber immer mehr. Egal in welche Richtung man sah, überall im Meer waren Delfine zu sehen die auf das Boot zuschwammen. Javier hat mehrere Kreise mit dem Boot gedreht und die Delfine sind uns immer gefolgt. Am Ande waren es um die 100 Delfine.
Mir fehlen ganz einfach die Worte um dieses Erlebnis zu beschreiben. Allen die auf dem Boot waren ging es so. Javier macht die Touren jetzt 30 Jahre, aber so viele Delfine auf einmal hat er noch nie gesehen. Er hat gelacht und sich gefeut wie ein kleiner Junge. Wir konnten auch nur mehr strahlen und waren sprachlos. Aber in dem Moment wo ich das schreibe merke ich schon, es ist mal wieder unmöglich diese Emotionen, das Gefühl, das Magische dieses Moments zu beschreiben.
Also lasse ich es lieber und versuch es mal wieder mit Bildern und Musik. Raimund hat übrigens 3x einen Delfin berührt. Er hat gesagt er wäscht sich nie wieder seine Hand..... 
Ich versteh's und freu mich dass wir alle auf diesem Boot den Moment teilen, erleben und genießen durften. Das Leben ist so schön und hat so viele Überaschungen.
Und ich hab mich endgültig verliebt in Patagonien, in Puerto Deseado, und in die Menschen und Tiere hier.







Mittwoch, 27. November 2019

33. Puerto Deseado - hier bleiben wir!

Ich dachte schon einige Male schön langsam reicht es mir mit Meer und Stränden, gesättigt.
Wir haben überlegt ob wir Puerto Deseado überhaupt anfahren sollen.
Was für ein Glück und was für eine gute Entscheidung dass wir es getan haben!
Wir sind seit ca. einer Woche hier und genießen jeden Tag, es wird nicht langweilig, und vor allem:
Ich kann mich nicht sattsehen an diesen Farben. Meer, Rio Deseado, die Erde, die Steine, die Canyons, alles!!!
Dazu kommt noch dass wir hier sehr viele liebe und herzliche Menschen getroffen und kennengelernt haben. Unsere Guides von Darwin Expeditions, 2x2 nette Pärchen aus der Schweiz, und die Belgier und Franzosen haben wir auch wieder hier getroffen.
Puerto Deseado ist eine gemütliche überschaubare kleine Stadt und hat alles was man braucht. Ein gutes Eisgeschäft! Eine Bäckerei mit leckeren Naschereien. Nette Lokale, eine schöne Strandpromenade. Einen Campingplatz mit warmen Duschen! Eine lustige kleine Rennstrecke! Vorgelagerte Inseln mit fantastischer Tierwelt. Coole Radwege...
Merkt man dass es uns hier gefällt?
Ein paar Bilder damit ihr euch was vorstellen könnt:






Wir haben abwechselnd mal am Camping, am Parkplatz von Darwin Tours oder frei in den Canyons geschlafen. Je nachdem ob wir eine Dusche, Strom oder Internet brauchten.

Campingplatz
Darwin Tours Häuschen
Canyon mit den Schweizern gemeinsam
Wir waren öfters mit dem Rad unterwegs, mal südlich, mal nördlich der Stadt. Bei Sonnenschein, bei Regen, bei Wind ... und am Sonntag sind wir zufällig zur Rennstrecke gekommen wo gerade Autorennen stattfanden. Lustige Autos, tolle Stimmung, freier Eintritt auch ins Fahrerlager.

happy Biker
echt jetzt, so steil und rutschig!
nicht nur ich hab geschoben...
coole Autos
und witzige



...und es ist kaum zu glauben, daheim würd mi ja keiner aufs Rad bringen, wenns kalt is und regnet und du weißt du hast wahrscheinlich den ärgsten Gegenwind beim Rückweg. Ned, wenn i ned muss. Aber bei der Landschafft vergess i des alles! Und i glaub i hab mi irgendwie schon an den Wind gewöhnt. Obwohl er manchmal echt heftig ist. Da haben wir jetzt mal einen Vorteil zu den Campern mit den größeren Autos, weil die schüttelt's noch mehr durch beim Fahren und beim Schlafen!

das Verkehrsschild sagt alles!
einsam dem Wind ausgesetzt
warum wachsen die so schief?



Unsere Spanischkenntnisse werden auch nicht besser, weil wir treffen so viele Schweizer, oder Franzosen....und noch nicht mal die Speisekarten können wir übersetzen. Gut dass es Google Translater gibt, der übersetzt ALLES richtig und hilfreich.



Wir haben dann doch etwas anderes bestellt.....

Mit Abstand das Schönste hier sind Landschaft und Tiere. 




Das beste Erlebnis war die Bootstour mit Darwin Expeditions. Abgesehen von den besten Guides hatten wir sehr viel Glück mit dem Wetter und den Tiersichtungen. Das hat sich eine eigene Blogseite verdient!